11. Juli Regen, Pannen und eine herrliche Strecke

Als wir morgens in Curtea de Arges aufwachen, gießt es in Strömen. Das Wetterradar zeigt, dass sich der Regen nördlich von uns festgesetzt hat und dort wohl auch eine Weile bleiben wird. Unseren Plan über die Transfagarasan nach Brasov und von dort ins Donaudelta zu fahren, geben wir auf und planen eine neue Route, die uns direkt nach Süden bis an die Donau bringt. Schade, viele Ziele die ich eingeplant hatte, werden wir so nicht zu sehen bekommen. Wenigstens einen Trost gibt es. Wenn wir in 20 Km aus den Bergen heraus kommen, soll das Wetter besser sein.

Der Tag beginnt mit einer Panne. Bernhards G650 springt nicht an. Batterie leer. Anschieben geht nicht, also muss ein Fremdstartkabel beschafft werden. Den Strom liefert die große Batterie der 80/7. Leider lädt sich die Batterie nicht mehr auf. Bis wir eine neue Batterie bekommen, werden wir also immer wieder auf das Startkabel zurückkommen müssen.

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Die ganz alte Technik hingegen läuft. Pferdefuhrwerke sind in Rumänien noch in großer Zahl im Einsatz.

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Nächste Panne. Die 80/7 geht einfach aus. Zündfunke weg oder vielmehr nur noch ganz minimal zu sehen. Hängt das mit dem Fremdstarten zusammen? Wir sind einmal mit dem + Kabel kurz an Masse gekommen und es hat ziemlich gefunkt. Vorsichtshalber haben wir einen neuen Unterbrecher und einen Kondensator dabei, aber beides hilft nicht. Tippe auf eine der beiden Zündspulen, das ist es aber auch nicht. Da nirgends eine 6 Volt Spule zu bekommen ist, baue ich die alten wieder ein um noch einmal zu testen. Das Motorrad springt an als wäre nichts gewesen.

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Aber schon nach ein paar hundert Metern bleibt sie schon wieder stehen. Diesmal aber mit eindeutigeren Zeichen: Nirgends kommt mehr Spannung an, alle Kontrollleuchten sind aus. Ist das nun ein neuer Schaden? Oder die gleiche Ursache? Jedenfalls ist jetzt klar, wo ich suchen muss: Am zentralen Relais. Und tatsächlich ist da ein Kabel vollständig weg oxidiert und abgefallen. Nach einer behelfsmäßigen Reparatur geht endlich alles wieder

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Dann haben wir auch noch Glück und finden einen Motorradshop dessen Besitzer deutsch spricht und die richtige Batterie für die G650 vorrätig hat. Während die neue Batterie gefüllt und geladen wird, plaudern wir ein wenig mit dem Ladenbesitzer und bekommen Kaffee ausgegeben.

BATTERIE

Endlich laufen wieder alle Fahrzeuge, aber inzwischen ist es schon ziemlich später Nachmittag und wir werden nicht mehr weit kommen. Also werden wir nur noch bis an die Donau fahren und dort übernachten. Das ist aber gar nicht so einfach. Hervorragende Straßen wechseln mit Schlaglochpisten ab. Hier ein noch recht harmloser Fall:

SCHLAGLOCH

Ansonsten ist die Fahrt durch die Straßendörfer sehr schön und abwechslungsreich. Überall winken einem Menschen zu. Und es gibt auch eine Menge zu sehen. Besonders faszinierend die zweispännigen, malerischen Zigeunerwagen, von denen ich leider kein Photo machen konnte. Irgendwann fahren wir durch eine kleine Raffinerie und fragen uns schon, was die auf dem Platten Land macht. Dann sehen wird den Grund:

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Und es gibt noch mehr zu sehen. Ich meine natürlich nicht das Flugzeug. Das ist ja was ganz normales. Kommt ja immer mal wieder vor, dass sowas auf einem Feld rumliegt. Nein, ich meine die Wolken. Ein Gewitter kommt auf und wir müssen sehen, dass wir eine Unterkunft finden.

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Die ersten Tropfen fallen als wir in Giurgiu eintreffen. So nehmen wir ohne lang zu suchen das nächste Hotel. Ziemlich einfach in einem alten Plattenbau. Aber die Leute sind unheimlich freundlich, wie überall in Rumänien.

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