12. Juli An der Donau entlang ans Schwarze Meer

Am Morgen wollen wir schnell aus Giurgiu wieder wegkommen. Die Stadt ist nicht unbedingt hübsch. Man merkt auch die Nähe zu Bucarest. Große, neue Limousinen die nervend schnell fahren und an jeder denkbaren Stelle überholen. Als wir dann auf die 41 Richtung Oltenita abbiegen, wird es wieder ruhig und beschaulich.

Als erstes pikt es mir jedoch unangenehm am Hals. Zusammenstoß mit einer Biene, der Stachel steckt in der Haut, aber die Giftblase ist noch voll. Vorsichtig zieht Jan mir mit zwei Messern den Stachel heraus ohne die Giftblase zu berühren. Glück gehabt. Bienenstiche in dieser Form habe ich heute gleich dreimal. Das ist auch kein Wunder. Bereits gestern waren uns die vielen Wanderimker aufgefallen und heute geht das so weiter. Die riesigen Sonnenblumenfelder sind wohl der ideale Tummelplatz für die Bienen.

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Aber Landwirtschaft und unberührte Natur sind hier entlang der Donau nicht alles. Immer wieder trifft man auf Industrieruinen. Das ist auch nicht verwunderlich, wo doch die Donau einer der größten Wasserstraßen darstellt. Dennoch, wir, die den Rhein gewohnt sind, finden, dass auf der Donau kaum etwas los ist. Die Strecke entlang der Donau wirkt auf der Karte viel kürzer als beim Fahren. Erst gegen Mittag erreichen wir Calarasi und finden ein schönes Restaurant für die Mittagspause, bevor es dann auf die Fähre über die Donau geht.

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Diese Fähre lädt einfach zum fotografieren ein. Einfach irre, wie das Ding zusammengebastelt ist. Aber es funktioniert.

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Früher war es wohl mal eine einfache Pontonfähre ohne eigene Motorisierung. Irgendwann hat man dann ein Schiff davor gespannt und dieses schiebt jetzt das ganze Gefährt durchs Wasser.

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Das scheint nicht immer ganz einfach zu sein. Jedenfalls ist das Schiff vorne an der Spitze mit der es schiebt schon ganz zerknittert und auch die Stahlseile, mit denen es befestigt ist, hängen ziemlich lose herum.

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Die Hydraulik für die Auffahrtrampen sieht ziemlich selbstgebaut aus. Würde ich mit meinen einfachen Werkzeugen wahrscheinlich nicht anders machen. Und damit die Rampen bei Regen nicht zu rutschig sind, hat man einfach ein paar Moniereisen drauf geschweißt. Allerdings recht lieblos und nur an wenigen Stellen gepunktet, so dass sie vielfach schon wieder abgerissen sind.

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Die Hütten auf einer Donauinsel sehen auch nicht viel besser als die Fähre aus. Den Ziegen aber scheint’s zu gefallen. Sie liegen entspannt am Ufer und genießen die Sonne.

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Insgesamt also nicht unbedingt deutscher Standard, aber wir kommen ohne Probleme auf der anderen Seite an und werden von der Skyline einer wenig einladenden Stadt im alten Plattenbaustil empfangen. Diese liegt allerdings schon in Bulgarien und so fahren wir daran vorbei.

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Unmittelbar nach dieser städtebaulichen Sünde sind wir wieder mitten in der Natur. Das Donautal wirkt hier besonders lieblich. Getreide, Sonnenblumen und Weinbau wechseln sich ab. Die Straße ist links und rechts mit Nussbäumen bestanden.

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DISTELN

Irgendwann sehen wir beim Örtchen Adamclisi ein Schild „Tropaeum Traiani“. Sofort denke ich an den römischen Kaiser Trajan und denke, das sollten wir einmal genauer erkunden. Und in der Tat finden wir ein riesiges, restauriertes römisches Denkmal, das von Trajan zum Gedenken an eine Schlacht mit 4.000 toten Römern in dieser Gegend errichtet wurde. Ganz nett und lohnt den Besuch.

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Riesige Sonnenblumenfelder erstrecken sich bis zum Horizont. Ein schönes Bild. Zusammen mit der gut ausgebauten Straße macht es richtig Spaß hier entlang zu fahren.

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Kurz vor Mangalia findet sich dann an diesen Koordinaten (43.858886,28.600769) endlich ein Campingplatz. Insgesamt ist die Infrastruktur zum Campen in Rumänien, aber auch in den meisten anderen Ländern durch die wir kommen, nicht besonders gut ausgebaut.

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